Studienbegleitung - Alltag eines Bengel - Leben und Wohnen im Albrecht-Bengel-Haus

Ein Tag im Leben eines "Bengel"

andacht„Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr“

Morgendlich frische und unverbrauchte Stimmen singen von Gottes Fürsorge. Es ist Morgenandacht im Bengelhaus. Wer kann, singt sich die eigene Müdigkeit aus dem Leib. Mir bleibt die Tageslosung im Gedächtnis. Ein gewöhnlicher Wochentag nimmt seinen Lauf. Nach der geistlichen Stärkung folgt die körperliche: Schokomüsli.

vorlesungAn der Uni

In Windeseile bringt mich mein Fahrrad zur Theologischen Fakultät. In der Römerbriefvorlesung bei Prof. Eckstein höre ich Interessantes über die Gerechtigkeit Gottes. Die Pause nutze ich, um einige Kopien für das neutestamentliche Proseminar zu machen. Leider will der Kopierer nicht immer, was ich will. In der anschließenden Psalmenvorlesung bespricht Prof. Janowski die Danklieder am Beispiel von Psalm 30. Ein kurzer Zwischenstopp in der großen Mensa gewährt mir einen Blick über den theologischen Tellerrand. Studierende aller Fachrichtungen warten in langen Schlangen sehnsüchtig auf Linsen mit Spätzle.

seminarZurück im Bengelhaus

Nachmittags bekämpfe ich das Blätterchaos auf meinem Schreibtisch. Stichworte aus meinen Vorlesungsmitschriften regen mich zum Nachdenken und Nachschlagen an. Nicht jeder Tag bringt eine neue theologische Erkenntnis, aber gelegentlich gibt es lichte Momente. Ich nutze den ruhigen Nachmittag, um Bibelkunde zu lernen: Das Buch Jesaja steht an. Ich versuche, mir den Aufbau einzuprägen und einige Verse im Kopf zu behalten. Im abendlichen Seminar des Bengelhauses analysieren wir heute unter Anleitung von Dr. Paul Murdoch die Missionspredigten von Petrus in der Apostelgeschichte, vergleichen deren Botschaft mit gegenwärtigen Predigtinhalten und ziehen daraus Schlüsse für die eigene Praxis. Für den nächsten Gemeindebesuch treffe ich mich danach mit meinen Konventsmitgliedern und wir üben ein kleines aber feines Chorstück ein. Auf meinem Stockwerk entsorge ich noch den Papiermüll und lasse den Abend gemütlich mit meinen Mitbewohnern ausklingen.