Kick-off-Tagung

Gemeinden stärken.
Glauben erneuern.
Zukunft gestalten.
Institut zur Stärkung von Gemeinden
Rückblick Kick-off-Tagung
1./2. Mai 2026 im Albrecht-Bengel-Haus, Tübingen

Pressemitteilung
Tübingen, 02.05.2026
„Wer Gemeinden stärken will, muss Ja zur Mission sagen“
Institut zur Stärkung von Gemeinden (ISG) mit Tagung gestartet
Über 170 Besucher aus ganz Deutschland haben bei der zweitägigen Kickoff-Veranstaltung des neu gegründeten „Instituts zur Stärkung von Gemeinden“ (ISG) am Albrecht-Bengel-Haus teilgenommen. Als Hauptreferenten waren Prof. Dr. Gerhard Wegner, langjähriger Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, Pfarrer und Gemeindegründer Alexander Garth sowie der Praktische Theologe Prof. Dr. Stefan Schweyer (STH Basel) zu Gast. Oberkirchenrat Dr. Jörg Schneider überbrachte Grüße der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Prof. Dr. Volker Gäckle sprach ein Grußwort im Namen der ChristusBewegung Lebendige Gemeinde e. V.
Der Rektor des Bengelhauses, Dr. Matthias Deuschle, erinnerte an den Satz des württembergischen Nachkriegsbischofs Martin Haug: „Macht die Gemeinden stark.“ Deuschle sagte: „Inzwischen ist die Gemeinde selbst zum Zankapfel geworden und man fragt sich: Was ist überhaupt noch eine Gemeinde? Für uns ist klar: Über Strukturen entscheiden andere, wir stärken die Gemeinden vor Ort.“
Dirk Scheuermann, Studienleiter am Bengelhaus und Leiter des ISG, stellte das Konzept des neuen Instituts vor: „Im Fokus unserer Arbeit steht die Aus- und Weiterbildung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Gemeinde. In einem ersten Modul unter dem Titel ‚Vitale Gemeinden – den Auftrag leben‘ werden zielgerichtete Schritte erarbeitet, um die Vitalität der Gemeinde zu stärken und missionarisch aufzubrechen.“
Gerhard Wegner analysierte die gegenwärtige Lage der Kirche aus sozialwissenschaftlicher Perspektive. Mit Bezug auf die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU VI) sagte Wegner: „Die Menschen identifizieren Evangelische Kirche bisher rein faktisch vor allem in der Existenz von Kirchengemeinden vor Ort. Sie sind empirisch der zentrale Haftpunkt für christlichen Glauben und Beteiligung.“ Für Wegner ist die Gemeinde „das Kraftfeld des Geistes.“
In einem inspirierenden Festvortrag unter dem Titel „Jesus Christus – das Fundament der Gemeinde“ stellte Pfarrer, Gemeindegründer und Autor Alexander Garth die überragende Bedeutung Jesu Christi heraus. Entscheidend sei, dass Menschen von Jesus Christus fasziniert werden: „Das Christentum begann als Bewegung der Faszination. Wenn diese Faszination erlischt, stirbt die Kirche.“ Mit Blick auf die Zukunft der Kirche, sagte Garth: „Die Kirche der Zukunft wird das kostbare allerheiligste Evangelium demütig hochhalten. In ihr wird ein faszinierender Jesus geglaubt und verkündigt, der die Lust, Liebe und Macht hat, das Leben von Menschen zu berühren mit Freude, Kraft und Hoffnung.“
Prof. Dr. Stefan Schweyer betonte in seinem Vortrag „Wie Mission Kirche stärkt“: „Wer Gemeinden stärken will, muss Ja zur Mission sagen!“ Seine persönliche Motivation sei, dass der Glanz Gottes sich im Leben der Menschen widerspiegle: „Ich brenne dafür, dass die Welt glänzend wird.“ Das Gegenteil davon sei Sünde, „die Glanzlosigkeit, wenn wir uns selbst und nicht Gott widerspiegeln.“ Die Stärkung der Kirche durch Mission liegt für Schweyer darin begründet, dass Mission eine umfassende Vision vermittle. Der Gottesdienst und die Anbetung Gottes könnten dabei zur Kraftquelle werden. Auch für die individuelle Glaubensentwicklung sei Mission unverzichtbar: „Wer geistlich wachsen will, lebt evangelistisch.“
In einem Podiumsgespräch, das von Studienassistent Andreas Schmierer moderiert wurde, konnten die Themen der Tagung mit den Hauptreferenten und Dr. Matthias Deuschle nochmals diskutiert und entfaltet werden. Auf die Frage, was denn angesichts der disruptiven Prozesse innerhalb der Kirchen in Deutschland Hoffnung gebe, antworteten die Referenten: „Dass Jesus auferstanden ist.“
Über das Albrecht-Bengel-Haus
Das Albrecht-Bengel-Haus, benannt nach dem schwäbischen Theologen Johann Albrecht Bengel (1687–1752), ist ein theologisches Studienhaus in Tübingen-Derendingen. 120 Studierende werden auf ihren Dienst in Gemeinde, Schule und Mission vorbereitet. Seit der Gründung im Jahr 1969 wurden hier knapp 1.200 junge Menschen fachlich und geistlich begleitet.










